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So bewerten wir Nachhaltigkeit.  

Die wissenschaftliche Methode, mit der wir die Nachhaltigkeit unserer Bauernhöfe bewerten lassen, ist umfassend – und doch leicht nachvollziehbar. 

So funktioniert die ganzheitliche Nachhaltigkeitsbewertung

Nachhaltigkeit wird oft als komplex empfunden, denn sie umfasst eine ökologische, ökonomische, soziale und organisatorische Dimension. Um Nachhaltigkeit zu bewerten, muss die Methode daher ganzheitlich sein –angepasst auf unsere Schweizer Bauernhöfe.  

Das Institut für Agrarökologie mit Sitz in Aarau in der Schweiz hat eine Methode der Nachhaltigkeitsbewertung entwickelt, die den Kriterien der Ganzheitlichkeit und regionalen Angepasstheit gleichermassen gerecht wird. Das unabhängige Institut arbeitet mit Forschenden, Expertinnen und Experten sowie mit Anwenderinnen und Anwendern daran, agrarökologische Praktiken zu entwickeln und umzusetzen, sowie Methoden zu schaffen, um deren Wirkung zu messen. Eines davon ist die Nachhaltigkeitsanalyse, die für retour aux sources verwendet wird. 

Die Nachhaltigkeitsanalyse beruht auf den Sustainability Assessment of Food and Agriculture Systems (SAFA)-Richtlinien für Nachhaltigkeitsbewertungen der Welternährungsorganisation (FAO). Das Institut für Agrarökologie hat diese für die Schweizer Landwirtschaft ausgelegt. 

So wurden 28 Themengebiete definiert, welche die ganzheitliche Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft in den Dimensionen Ökologie, Ökonomie, soziales Wohlergehen und Betriebsführung am besten abbilden. Dabei wird der gesamte Verantwortungsbereich eines Betriebes berücksichtigt, das heisst, sowohl alle vorhandenen Betriebszweige als auch die Zufuhr von beispielsweise Futter- und Düngemitteln. Die Bewertung jedes dieser 28 Themen gibt Aufschluss darüber, wie weit ein Betrieb die Nachhaltigkeitsziele bereits erreicht.  

Aus den Ergebnissen der einzelnen Betriebe in der gleichen Produktkategorie werden die Durchschnitte ermittelt. So werden zum Beispiel alle Milchviehbetriebe für die Bewertung des Rohstoffes Milch herangezogen. Die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele in den 28 Themengebieten wird dabei auf einer Skala von 0 bis 100 dargestellt, wobei 100 für die volle Erreichung des jeweiligen Nachhaltigkeitsziels steht. Dieser Durchschnitt wird einmal pro Jahr berechnet und auf der Homepage von retour aux sources veröffentlicht. Wenn neue Betriebe hinzukommen, ist deren Nachhaltigkeitsbewertung erst im Folgejahr im Mittelwert enthalten. 

Die Nachhaltigkeitsbewertung ist ein innovatives Instrument, mit dem Nachhaltigkeit in der landwirtschaftlichen Produktion unserer retour aux sources-Produkte nachvollziehbar gemacht wird. Und vor allem zeigt sie uns den Weg, wie wir alle in Zukunft noch nachhaltiger handeln können.

So läuft die Bewertung der retour aux sources-Betriebe ab:

Das Institut für Agrarökologie bewertet für die Nachhaltigkeitsanalyse Primärdaten. Das sind Daten, die direkt von den landwirtschaftlichen Betrieben erhoben wurden. Die Analyse besteht aus einem umfangreichen Fragebogen zu zahlreichen Indikatoren in den 28 Themenbereichen der Nachhaltigkeit. Dazu gehören Betriebsdaten (z. B. Energieverbrauch) und soziale Parameter (wie Weiterbildungen, Arbeitsbelastung) genauso wie nachhaltige Arbeitsweisen (z. B. pfluglose Bodenbearbeitung, Einsatz von erneuerbaren Energien etc.). Die Bäuerinnen und Bauern füllen diesen Fragebogen selbstständig aus. Zum Beginn des Projektes werden sie dabei von Mitarbeitenden des Institutes für Agrarökologie begleitet. In der Zukunft wird der Bauer oder die Bäuerin die Bewertung ganz einfach online ausfüllen können. Alle Daten zur Nachhaltigkeit werden zuerst für den einzelnen Betrieb ausgewertet. Das ist wichtig, damit jeder Hof im Detail verstehen kann, wo, warum und wie er sich noch nachhaltiger weiterentwickeln kann. Danach werden alle Betriebe, die das gleiche Produkt herstellen, also zum Beispiel alle Milchbetriebe, anonymisiert und zusammengefasst. Die so entstandenen 28 Durchschnittswerte für jedes Thema und in jeder Produktgruppe spiegeln wider, wie nachhaltig das Produkt ist.  

Dabei handelt es sich um eine Momentaufnahme, denn täglich geben Bäuerinnen und Bauern ihr Bestes, um noch nachhaltiger zu wirtschaften. Daher ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Nachhaltigkeitsanalyse jedes Jahr aufs Neue durchgeführt wird. So können die landwirtschaftlichen Betriebe ihre eigene Entwicklung über die Jahre mitverfolgen und natürlich steuern. Die kommunizierten Nachhaltigkeitswerte der retour aux sources-Produkte werden einmal jährlich aktualisiert.  

Wo finde ich die Ergebnisse der Nachhaltigkeitsbewertung?

Alle Produktgruppen von retour aux sources werden auf ihre Nachhaltigkeit bewertet. Auf manchen Produktverpackungen werden einige Nachhaltigkeitswerte ausgelobt. Sie sollen vor allem eines: Lust auf mehr machen. Denn online beim jeweiligen Produkt gibt es die vollständige Nachhaltigkeitsbewertung zu entdecken.  

In einem Balkendiagramm können die Nachhaltigkeitsergebnisse für alle 28 Themen übersichtlich eingesehen werden. Eine fünfstufige Farbskala von rot (Ziele noch nicht erreicht) bis dunkelgrün (Ziele vollständig erreicht) zeigt auf einen Blick, wo die Bauernhöfe in einzelnen Nachhaltigkeitsthemen stehen. Dass einzelne Themen im roten oder orangen Bereich bewertet werden, liegt daran, dass die Nachhaltigkeitsziele hoch angesetzt sind. Deshalb ist es aktuell (noch) keinem landwirtschaftlichen Betrieb möglich, in sämtlichen Bereichen 100 % zu erzielen. Aber genau das macht die Bewertung so wertvoll: Sie soll den Impuls geben, dass die landwirtschaftliche Produktion in der Nachhaltigkeit immer weiter geht.  

Das sind die SAFA-Richtlinien

Richtlinien für die Bewertung der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft der Welternährungsorganisation (FAO) 

  • SAFA-Richtlinien
    pdf | 1 MB | 03.Mai.2022

Weiterführende Informationen zur Nachhaltigkeitsbewertung sowie Kontaktpersonen findest du direkt auf den Seiten des Unternehmens Lampert und des Instituts für Agrarökologie.

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